USB-Anschlusskabel für Kern IFB-Waagen

Unser neues USB-Anschlusskabel CFS-USB ermöglicht den direkten Anschluss einer Kern-IFB-Waage an die USB-Schnittstelle eines Computers:
Anschluss einer Kern IFB-Waage an einen PC über USB
Dank des eingebauten Schnittstellenwandlers von FTDI erscheint die Waage am PC als COM-Port und kann mit Programmen wie 232key, Simple Data Logger oder Kern Balance Connection verwendet werden. 2 LEDs im USB-Stecker zeigen den Datenverkehr in Sende- und Empfangsrichtung optisch an.

Die Kern IFB-Waage unterstützt (aktuell) folgende Übertragungsmodi:

  • Einmalige Übertragung des Gewichts auf Tastendruck an der Waage (nur stabile Werte) oder auf Abruf vom PC (Unterstützung durch verwendete Software erforderlich).
  • Kontinuierliche Übertragung mit ca. 30 Gewichtswerten/Sekunde.
  • Automatische Übertragung jedes stabilen Gewichts (zwischen zwei Übertragungen ist keine Entlastung der Waage erforderlich).

Unser USB-Anschlusskabel CFS-USB ersetzt die Kombination aus dem RS-232-Datenkabel CFS-A01 mit einem Konverter auf USB. Das Kabel ist mit einer Länge von 1,8 m oder 5,0 m verfügbar und wird von uns momentan nur zusammen mit einer neuen Waage der Kern IFB-Serie verkauft.

Gartenzwerg auf Weltreise demonstriert den Einfluss der Schwerkraft auf Waagen

Was wiegt ein deutscher Gartenzwerg am Südpol? Was zunächst nach Unsinn klingt, ist ein durchaus interessantes Experiment der deutschen Waagen-Firma Kern: Moderne Waagen unterliegen dem Einfluss der lokalen Schwerebeschleunigung (Fallbeschleunigung), da Sie nicht direkt die Masse eines Objekts, sondern die Gewichtskraft messen.

Schickt man einen Gartenzwerg auf Reise, ändert sich seine Masse nicht (er besteht weiterhin aus der gleichen Anzahl an Atomen). Die mitgelieferte Digitalwaage müsste aber aufgrund der leicht unterschiedlichen Schwerebeschleunigung vor Ort neu justiert werden, um die Masse weiterhin richtig zu bestimmen. Unterbleibt dies (wie in diesem Experiment absichtlich), wird der Gartenzwerg proportional zur Schwerebeschleunigung „leichter“ oder „schwerer“. Diese Abweichungen lassen sich mit einer präzisen Waage schon bei geringen Distanzen erkennen: Der am Firmensitz in Balingen 308,26g schwere Zwerg wog am CERN in der Nähe von Genf nur noch 307,65g, weiter nördlich in London waren es dagegen 308,54g. Sämtliche Werte sind auf der Website gnomeexperiment.com abrufbar, auf einem eigenen Blog „berichtet der Gartenzwerg“ von den verschiedenen Stationen seiner Reise.

Richtige Bestimmung der Masse

Damit Waagen weltweit richtig wiegen, müssen sie mit Gewichtstücken justiert werden, die auf das Urkilogramm rückführbar sind.

Wird eine Waage nach der Justierung an einen anderen Standort versendet, kann die richtige Bestimmung der Masse folgendermaßen sichergestellt werden:

  1. Neujustierung der Waage vor Ort mit Hilfe von Gewichtsstücken. Wer hierfür keine Justiergewichte erwerben möchte, kann auch einen Kalibrierdienst beauftragen.
  2. Berücksichtigung der Schwerebeschleunigung am Ort der Justierung und am Aufstellungsort. Sind beide Werte bekannt (siehe z.B. Schwere-Informationssystem der PTB), lässt sich die Waage direkt für die Fallbeschleunigung am Aufstellungsort justieren. Verlangt eine Waage zur Justierung ein Gewichtsstück der Masse m, müssen statt dessen Gewichtsstücke der Masse m x (gJ / gA) verwendet werden (gA = Fallbeschleunigung am Aufstellungsort, gJ = Fallbeschleunigung am Ort der Justierung). Bei manchen Waagen lassen sich die Werte für die Fallbeschleunigung auch direkt eingeben („gravity compensation“), was den Vorgang deutlich vereinfacht. Diese Methode wird häufig bei geeichten Waagen verwendet, da eine Justierung vor Ort nicht möglich ist (Manipulationssicherheit).
  3. Verwendung einer Waage mit eingebautem Justiergewicht. Das eingebaute Gewichtsstück wird zur automatischen Justierung der Waage verwendet, wodurch diese Waagen ähnlich wie einfache Balkenwaagen unabhängig von Unterschieden der Schwerebeschleunigung sind.

Berücksichtigung der Schwerebeschleunigung beim europaweiten Versand

In unserem Shop verkaufen wir Waagen in alle Länder der EU und in die Schweiz. Damit Sie sich auf die Messwerte unserer Waagen verlassen können, war die Schwerebeschleunigung für uns von Anfang ein wichtiges Thema.

Bei geeichten Waagen wird die Schwerebeschleunigung am Aufstellungsort grundsätzlich bei der Ersteichung berücksichtigt.

Auch nicht-eichfähige Waagen justieren wir häufig für die Fallbeschleunigung am Aufstellungsort (wie unter 2. beschrieben), ohne dass Sie dies extra bestellen oder bezahlen müssen. Da es hier von Modell zu Modell Unterschiede gibt, finden Sie genauere Informationen in der jeweiligen Artikelbeschreibung der Waage neben dem links abgebildeten Symbol.

 

Steht Ihre Personenwaage auf einem Teppich? Dann wiegen Sie vielleicht deutlich mehr, als Sie denken.

Wer sich nach den Feiertagen wieder auf die Waage stellt, hat häufig gleich einen weiteren guten Vorsatz für das neue Jahr: abnehmen! Eine besonders unliebsame Überraschung droht allerdings, wenn Ihre Waage bisher auf einem Teppich stand: Viele moderne Digitalwaagen wiegen dann nicht richtig und zeigen einen deutlich zu niedrigen Wert an! Ihre wahres Gewicht erfahren Sie, wenn Sie die Waage auf einen harten Boden stellen.

Hier der Selbstversuch des Autors mit der sehr präzisen Personenwaage A&D UC-321P*:

Auf einer flauschigen Fußmatte zeigt die Waage 79,60kg an:

personenwaage uc-321p auf teppich

Ganz anders sieht es aus, wenn die Waage direkt auf den Fliesen steht: 86,80kg, also 7,20kg mehr!

personenwaage-uc-321p-boden

Wie kann das sein? Ganz einfach: Viele moderne digitale Personenwaagen bestimmen das Gewicht mit vier Wägezellen, die direkt in den Füßen der Waage untergebracht sind:

personenwaage-uc-321p-unterseite

Auf einem dicken Teppich steht die Waage aber nicht nur auf den Füßen, sondern liegt mit der gesamten Unterseite auf dem Teppich auf. Ein Teil der Gewichtskraft wird daher an den Wägezellen vorbei übertragen und die Waage zeigt einen deutlich zu niedrigen Wert an:

personenwaage-uc-321p-teppich

Richtig wiegen auf einem Teppich:

Wer seine Waage nicht auf einen harten Boden stellen kann oder möchte, hat bei manchen Waagen die Möglichkeit, spezielle Teppichfüße anzubringen. Diese sind bei der Personenwaage A&D UC-321P* und UC-321PL* im Lieferumfang enthalten:

personenwaage-uc-321p-teppich-fuesse-anbringen

Durch die Teppichfüße wird die Waage angehoben und liegt nicht mehr auf dem Teppich auf:

personenwaage-uc-321p-teppich-fuesse

Das angezeigte Gewicht liegt im Rahmen der üblichen Toleranz:

personenwaage-uc-321p-teppich-fuesse-8670

Eine weitere Möglichkeit ist eine spezielle harte Unterlage, die auf den Teppich gelegt wird. Die Waage wird dann auf diese Unterlage gestellt:

personenwaage-uc-321p-teppich-platte

personenwaage-uc-321p-teppich-platte-8690

Ein Hoffnungsschimmer zum Schluss: Nicht alle Waagen sind gleichermaßen betroffen. Wenn Sie ein Waage mit nur einer Wägezelle (im Inneren des Gehäuses, siehe Ergänzung unten) oder eine mechanische Waage verwenden, sollte der Effekt nicht so ausgeprägt sein. Bei mechanischen Waagen könnte es angeblich sogar sein, dass die Waage auf dem Teppich einen überhöhten Wert anzeigt.

Ergänzung vom 27.10.2014:

Dieser Artikel trifft weiterhin auf fast alle aktuellen Personenwaagen für den Privatgebrauch zu. Es gibt allerdings auch Konstruktionsarten, bei denen es keine Rolle spielt, ob die Waage mit der Unterseite einen Teppich oder eine andere Unterlage berührt. Dies ist dann der Fall, wenn die Wägezelle nicht direkt in den Füßen sitzt, sondern zwischen dem oberen und unteren Gehäuseteil, wie z.B. bei der hier abgebildeten geeichten Personenwaage Kern MPS-M:
Seitenansicht geeichte Personenwaage Kern MPS-M

Die Füße dienen hier lediglich zum Ausrichten der Waage und lassen sich sogar komplett abschrauben. Wichtig ist bei solchen Personenwaagen nur, dass der obere Teil (die Trittfläche) nirgendwo anstößt.


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