Gartenzwerg auf Weltreise demonstriert den Einfluss der Schwerkraft auf Waagen

Was wiegt ein deutscher Gartenzwerg am Südpol? Was zunächst nach Unsinn klingt, ist ein durchaus interessantes Experiment der deutschen Waagen-Firma Kern: Moderne Waagen unterliegen dem Einfluss der lokalen Schwerebeschleunigung (Fallbeschleunigung), da Sie nicht direkt die Masse eines Objekts, sondern die Gewichtskraft messen.

Schickt man einen Gartenzwerg auf Reise, ändert sich seine Masse nicht (er besteht weiterhin aus der gleichen Anzahl an Atomen). Die mitgelieferte Digitalwaage müsste aber aufgrund der leicht unterschiedlichen Schwerebeschleunigung vor Ort neu justiert werden, um die Masse weiterhin richtig zu bestimmen. Unterbleibt dies (wie in diesem Experiment absichtlich), wird der Gartenzwerg proportional zur Schwerebeschleunigung „leichter“ oder „schwerer“. Diese Abweichungen lassen sich mit einer präzisen Waage schon bei geringen Distanzen erkennen: Der am Firmensitz in Balingen 308,26g schwere Zwerg wog am CERN in der Nähe von Genf nur noch 307,65g, weiter nördlich in London waren es dagegen 308,54g. Sämtliche Werte sind auf der Website gnomeexperiment.com abrufbar, auf einem eigenen Blog „berichtet der Gartenzwerg“ von den verschiedenen Stationen seiner Reise.

Richtige Bestimmung der Masse

Damit Waagen weltweit richtig wiegen, müssen sie mit Gewichtstücken justiert werden, die auf das Urkilogramm rückführbar sind.

Wird eine Waage nach der Justierung an einen anderen Standort versendet, kann die richtige Bestimmung der Masse folgendermaßen sichergestellt werden:

  1. Neujustierung der Waage vor Ort mit Hilfe von Gewichtsstücken. Wer hierfür keine Justiergewichte erwerben möchte, kann auch einen Kalibrierdienst beauftragen.
  2. Berücksichtigung der Schwerebeschleunigung am Ort der Justierung und am Aufstellungsort. Sind beide Werte bekannt (siehe z.B. Schwere-Informationssystem der PTB), lässt sich die Waage direkt für die Fallbeschleunigung am Aufstellungsort justieren. Verlangt eine Waage zur Justierung ein Gewichtsstück der Masse m, müssen statt dessen Gewichtsstücke der Masse m x (gJ / gA) verwendet werden (gA = Fallbeschleunigung am Aufstellungsort, gJ = Fallbeschleunigung am Ort der Justierung). Bei manchen Waagen lassen sich die Werte für die Fallbeschleunigung auch direkt eingeben („gravity compensation“), was den Vorgang deutlich vereinfacht. Diese Methode wird häufig bei geeichten Waagen verwendet, da eine Justierung vor Ort nicht möglich ist (Manipulationssicherheit).
  3. Verwendung einer Waage mit eingebautem Justiergewicht. Das eingebaute Gewichtsstück wird zur automatischen Justierung der Waage verwendet, wodurch diese Waagen ähnlich wie einfache Balkenwaagen unabhängig von Unterschieden der Schwerebeschleunigung sind.

Berücksichtigung der Schwerebeschleunigung beim europaweiten Versand

In unserem Shop verkaufen wir Waagen in alle Länder der EU und in die Schweiz. Damit Sie sich auf die Messwerte unserer Waagen verlassen können, war die Schwerebeschleunigung für uns von Anfang ein wichtiges Thema.

Bei geeichten Waagen wird die Schwerebeschleunigung am Aufstellungsort grundsätzlich bei der Ersteichung berücksichtigt.

Auch nicht-eichfähige Waagen justieren wir häufig für die Fallbeschleunigung am Aufstellungsort (wie unter 2. beschrieben), ohne dass Sie dies extra bestellen oder bezahlen müssen. Da es hier von Modell zu Modell Unterschiede gibt, finden Sie genauere Informationen in der jeweiligen Artikelbeschreibung der Waage neben dem links abgebildeten Symbol.

 

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